Vorwort des Stiftungsratspräsidenten

Im Jahr 2024 schärfte die Stiftung Arkadis punktuell die Strategie 2024–2028. Der neue Direktor, Aldo Magno, brachte eine wertvolle und kritische Aussensicht mit ein, was zur Schärfung und Definition der Massnahmen beitrug. Die Strategie wurde mit Indikatoren zur Überprüfung der Zielerreichung angereichert, was eine effiziente Steuerung über Kennzahlen ermöglicht. Der Stiftungsrat und die Geschäftsleitung beobachten und bewerten laufend äussere Einflüsse und Marktveränderungen.

Urs Knapp
Präsident des Stiftungsrats

Aldo Magno ist seit Herbst 2023 Direktor der Stiftung Arkadis. Im Berichtsjahr konnte er einen ganzen Jahreszyklus aktiv mitgestalten und wichtige Impulse geben.
Eine zentrale Zielsetzung in der Strategie 2024–2028 im Bereich Wohnen: Die Stiftung Arkadis will die Wohnbedürfnisse der Bewohnenden berücksichtigen und gegebenenfalls ihr Angebot anpassen. Ein wichtiger Schritt zur Zielerreichung ist die Bewilligung eines Baukredits für die bauliche Entwicklung der Liegenschaft Schärenmatte in Olten. Die Infrastruktur des Gebäudes wird von 2025 bis 2027 unter laufendem Betrieb umgebaut. Dies verlangt grosse Flexibilität und Geduld der Mitarbeitenden und Bewohnenden.

Für die Erreichung ihrer Ziele kann die Stiftung verschiedene zentral gelegene, eigene Immobilien nutzen, was viel Handlungsfreiheit gibt. Der Stiftungsrat und die Geschäftsleitung haben sich 2024 den Auftrag gegeben, die Positionierung und Entwicklung der eigenen Immobilien zu prüfen.
Im Bereich Frühförderung konnten die Leistungsvereinbarungen für die Jahre 2026 und 2027 erneuert werden, was Planungssicherheit gibt.
Im Kinder- und Jugendbereich wurde die Angebotsplanung des Kantons auf 2027 vertagt, was Unsicherheit bringt. Die Stiftung hat ihr Interesse bekundet, ein Wohnheim für kognitiv und/oder mehrfachbehinderte Kinder in Olten zu realisieren.

Eine Fachexkursion des Stiftungsrats im Sommer 2024 bot die Gelegenheit, die soziale Institution WG Treffpunkt näher kennenzulernen.
Abschliessend möchte ich mich im Namen der Stiftung Arkadis bei allen Gönnerinnen und Gönnern bedanken, die uns mit einer Spende unterstützt haben. Diese ermöglichen es uns, Projekte zu realisieren und unser Angebot weiterzuentwickeln.

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Rückblick des Direktors

Liebe Leserin, lieber Leser

Die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) wurde in der Rekordzeit von fünf Jahren entwickelt und verabschiedet. Vor über zehn Jahren hat die Schweiz sie ratifiziert und letztes Jahr unter dem Titel «Zukunft Inklusion» gefeiert. Trotz Fortschritten bleibt vieles ungelöst: Der öffentliche Verkehr ist nicht barrierefrei, und die Finanzierung ambulanter Leistungen ist weiterhin unzureichend.

Im Jahr 2024 engagierte sich die Stiftung Arkadis stark dafür, bedeutende Themen der UN-BRK umzusetzen. Lesen Sie im Folgenden, auf welche fünf Schwerpunkte wir fokussierten.
Mein aufrichtiger Dank gilt allen Beteiligten, die im Jahr 2024 wichtige Dienstleistungen ermöglicht haben!

Aldo Magno
Direktor

Unsere fünf Schwerpunkte

Arkadis Schwerpunkt 1

Mehr bezahlbarer Wohnraum

Wir realisieren derzeit barrierefreie Wohnungen in Olten, um Menschen mit Beeinträchtigungen alternative Wohnformen zu bieten. Die Fertigstellung ist für den Herbst 2025 geplant. Eine Zusammenarbeit mit der kantonalen Heilpädagogischen Schule Olten wurde vertieft.

Arkadis Schwerpunkt 2

Mehr Lebensqualität

Der Kredit von fünf Millionen Franken ermöglicht den Umbau der Schärenmatte. Die Wohngruppen erhalten moderne Nasszellen, grössere Flure und neue Küchen. Auch ein «Snoezelenraum» wird realisiert.

Arkadis Schwerpunkt 3

Mehr Atelierangebote

Die Behörden bewilligten zehn zusätzliche Plätze in den Tagesstätten. Wir eröffneten ein Pasta-Atelier und nahmen das Arcafé endgültig in unser Leistungsangebot auf.

Arkadis Schwerpunkt 4

Mehr Mitwirkung

Der Mitwirkungsrat ermöglicht den Einbezug der Bewohnenden in die Entwicklung der Stiftung Arkadis. Dem Stadtrat Olten wurden wichtige Anliegen, wie längere Grünphasen bei Ampeln und Informationen der Stadt Olten in Leichter Sprache anzubieten übermittelt.

Arkadis Schwerpunkt 5

Mehr Unterstützung im Kinder- und Jugendbereich

Die Leistungsvereinbarung mit dem Volksschulamt wurde erneuert, aber die Finanzierung für Frühinterventionen bei Autismus bleibt ein Problem. Neu bieten wir eine multisystemische Beratung für Kinder, Jugendliche und Familien an.

Personalkennzahlen

  • 0
    Personen in Ausbildung
  • 0
    Ausgaben für Aus- und Weiterbildung in CHF
  • 0
    Nettofluktuation gesamt

Partizipation als Zielperspektive

Die Stiftung Arkadis hat ein Konzept erarbeitet, das die Bewohnenden sowie Klientinnen und Klienten aktiv in die Rekrutierung des Betreuungs- und Begleitpersonals einbezieht. Das Konzept zielt darauf ab, Partizipation als feste Zielperspektive umzusetzen.

Die Bewegungsgruppe ist für Kinder und Eltern gedacht und fördert die körperliche, emotionale und soziale Entwicklung. Wir beziehen die Eltern aktiv ein, damit sie ihre Kinder besser verstehen und unterstützen können. So stärken wir die Beziehung zwischen Eltern und Kindern und helfen bei der Entwicklung im Alltag.

Für Eltern von Kindern im Autismus-Spektrum gibt es eine eigene Gruppe. Sie bietet Austausch, Unterstützung und Beratung in einem sicheren Rahmen. Die Eltern sind zentrale Bezugspersonen und lernen, ihre Kinder gezielt zu begleiten. Der Austausch findet gleichzeitig zum Spiel der Kinder statt, sodass Beobachtungen direkt besprochen werden können.

Mit diesen Angeboten reagieren wir flexibel auf die verschiedenen Bedürfnisse und schaffen Räume für Entwicklung. Indem wir das soziale Umfeld einbeziehen, fördern wir die Teilhabe und stärken die Familien.

«Wir wurden von Anfang an sehr gut betreut und haben uns verstanden gefühlt.»
anonym
«Wir waren sehr zufrieden und unsere Kinder konnten sehr viel lernen und mitnehmen.»
anonym
«Ein seehr kindgerechtes Angebot.»
anonym

Schulung Mitwirkungsrat

Entwicklung Verhaltenskodex

Seit 2018 gibt es in der Stiftung Arkadis eine Interne Präventions- und Meldestelle. Sie dient als Anlaufstelle für alle Betroffenen von grenzverletzendem Verhalten. 2024 wurde ein Verhaltenskodex erarbeitet, um Bewohnende, Klientinnen und Klienten zu schützen. Der Kodex wurde mit Fachpersonen und dem Mitwirkungsrat erstellt. Damit wird eine verantwortungsvolle Distanz in der agogischen und therapeutischen Arbeit gewährleistet.

Deshalb entstand 2025 das Austausch-Kaffee: Einmal im Monat treffen sich Menschen mit Behinderungen aus der Stiftung Arkadis, um gemeinsam über einzelne Artikel der UN-BRK und Alltagssituationen zu sprechen. Die Gespräche finden in kleinen Gruppen statt und werden mit Leichter Sprache und Bildern unterstützt.

Anschließend werden die Ergebnisse vorgestellt und wichtige Anliegen vom Mitwirkungsrat weiterbearbeitet und – wenn möglich – umgesetzt.

Das Austausch-Kaffee kommt bei allen gut an. Die Treffen stärken das Verständnis für Menschenrechte und sollen auch 2026 fortgeführt werden.

Stimmen der Teilnehmenden:

«Es ist toll, dass die Themen immer sehr gut erklärt werden.»
Max. F.
«Dank dem Austausch-Kaffee weiss ich besser, was ich darf und was nicht.»
Friedrich D.
«Ich kann alte Bekannte treffen, mit denen ich Kontakt habe.»
Heinrich G.

«Mein Alltag» – Erfahrungsbericht

Elliott A. wohnt seit 11 Jahren in einer Wohngruppe der Stiftung Arkadis, in der Schärenmatte. In seinem Beitrag erzählt er von seinem Alltag auf der Wohngruppe und seiner Arbeit in der Vebo.

«Heute habe ich 17 Kisten Toastbrot für eine Aktion abgepackt», erzählt Elliott A. seinen Mitbewohnenden auf der Wohngruppe beim gemeinsamen Nachtessen. Zu diesem Zeitpunkt hat er bereits einen langen Tag hinter sich. Im Unterschied zu seinen Mitbewohnenden, welche in den verschiedenen Ateliers in der Schärenmatte tätig sind, arbeitet Elliott extern in der Vebo in Olten. Jeden Morgen, kurz nach sieben Uhr macht sich Elliott auf den Weg zur Arbeit. «Mit dem Bus fahre ich in die Vebo. 

Urs besucht auch oft Modelleisenbahn-Börsen, wo Modelle getauscht oder günstig gekauft werden können. Alle Original-Verpackungen bewahrt Urs fein säuberlich geordnet in seinem Eisenbahnzimmer auf. So erklärt er mir auch, wie viele verschiedene Anbieter es auf dem Markt gibt. Alle Eisenbahnen sind im Massstab 1:87 gefertigt.

Ich staune, wie geschickt Urs die Weichen auf seinem Kommandopult umstellen kann. Die meisten Schienen sind digital verbunden. Fasziniert lausche ich seinen Erklärungen zum Roten Pfeil, dem Krokodil oder TEE-Zug und versuche die Bezeichnungen RE4/4I 10015, BE 6/8 oder Re 482 Cargo, welche auf dem Display des Kommandopultes leuchten, irgendwie einzuordnen. 

Urs besitzt zusammen mit seinen Brüdern ca. 40 Lokomotiven sowie einige Personen- und Güterwagen. In der Nähe von Solothurn haben sie zusammen einen grösseren Raum gemietet, in welchem ein gemeinsames Projekt entstehen soll: Eine grosse Modell-Eisenbahnanlage mit Landschaften, Gebäuden, Personen und natürlich Zügen. Darauf freut sich Urs ebenso wie auf seine neueste Errungenschaft, das Modell eines SWISS-Express-Zuges Re 4/4 II 11141, welches im Dezember 2025 ausgeliefert wird.

Herzlichen Dank Urs, dass du mir die Faszination Modelleisenbahn nähergebracht hast.

Übrigens: Erstaunlicherweise teilen einige unserer Bewohner die Affinität zur Eisenbahn, wissen immer (auch ohne SBB-App) auf welchem Gleis der Zug abfährt, wo auf der Strecke umgestiegen werden muss, ob zeitlich alles passt, wo aktuell mit Verspätungen zu rechnen ist oder sogar, wann das nächste Mal eine Dampflokomotive durch Olten fährt!

Bilanz und Erfolgsrechnung

Das Betriebsergebnis (EBIT) schliesst mit einem Plus von TCHF 737 ab, was im Vergleich zum Vorjahr eine Abnahme von TCHF 412 darstellt. Das ordentliche Ergebnis verbessert sich um rund TCHF 100 auf TCHF 934, hauptsächlich aufgrund einer besseren Kursentwicklung der Wertschriften. Das Jahresergebnis vor Veränderungen des Fondskapitals beträgt TCHF 1’110 und profitiert von ausserordentlichen Erträgen aus einer einmaligen Überschussbeteiligung.

Die Bilanz zeigt eine Abnahme der flüssigen Mittel um rund TCHF 2’100 auf TCHF 15’254, hauptsächlich aufgrund der Realisierung des Neubaus an der Von-Roll-Strasse 1. Gleichzeitig steigt der Wert der Immobilien Sachanlage/Gebäude um rund TCHF 3’500.

Einnahmen 2024
Total CHF 21 Mio.

(Angaben in %)
  • Wohnen (47 %)
  • Tagesstruktur und Arbeit, Freizeit (33 %)
  • Therapie und Beratung (20 %)

Aufwand 2024
Total CHF 21.3 Mio.

(Angaben in CHF Mio.)
  • Personalaufwand (CHF 16.8 Mio.)
  • Sach-/Dienstleistungsaufwand (CHF 2.2 Mio.)
  • Raumaufwand inkl. Betriebs-/Unterhaltsaufwand (CHF 1.1 Mio.)
  • Abschreibungen (CHF 1.2 Mio.)

Präventiv wirken

Präventive Massnahmen sind entscheidend, um die Entwicklung von Kindern positiv zu beeinflussen und frühzeitig Herausforderungen zu erkennen. Ein zentraler Aspekt ist ein stabiles, unterstützendes Umfeld. Unser Projekt «GEMEINSAM STARTKLAR» und die Multisystemische Beratung setzen auf einen ganzheitlichen, frühzeitigen Ansatz zur Förderung der Kinder und ihrer Familien.

Frühkindliche Förderung für Kinder von 0–4 Jahren setzt bei den Familien an. Stärken wir die Familien, stärken wir das Kind. Dieser Grundsatz leitet unser Konzept GEMEINSAM STARTKLAR. Es ist bekannt, dass intensive Frühförderung die Entwicklung der Kinder verbessert und präventiv gegen spätere Entwicklungsrückstände wirkt.

Die Gemeinden haben unterschiedliche Bedarfe. Daher haben wir ein Grundkonzept entwickelt, das individuell angepasst werden kann. Fragen, die gemeinsam mit den Gemeinden erörtert werden, sind: Was braucht die Gemeinde? Wie stellt sie sich ein Präventionsprogramm vor? Auf welche Strukturen kann man aufbauen?

Das Förderangebot wird interdisziplinär umgesetzt. Mit der Gemeinde wird eine Strukturanalyse der bestehenden Angebote für Familien erstellt. Dazu zählen Treffpunkte für Familien, Spielgruppen, Mütter- und Väterberatung sowie andere Angebote für Kinder. Synergien innerhalb der Gemeinde werden genutzt, um soziale Anbindung und Integration zu fördern.

Unsere Multisystemische Beratung (MSB) bietet Unterstützung für Familien, unabhängig von Herkunft und Situation, und fokussiert auf die Bedürfnisse von Eltern, Kindern und Adoleszenten. Diese Beratung umfasst soziale, psychologische und familiäre Themen und kann ohne Anmeldung durch Eltern oder Schule in Anspruch genommen werden. Wir stärken die relevanten sozialen Systeme, um eine nachhaltige, präventive Wirkung zu erzielen und Abhängigkeiten abzubauen.

Wir freuen uns, im September 2024 mit den Gemeinden Olten und Dulliken gestartet zu sein.

Wirkung Kennzahlen

  • 0
    Kinder in der Frühen Förderung
  • 0
    Stunden in der Frühen Förderung
  • 0
    Stunden für med.-therapeutische Dienstleistungen

Ausgewählte Projekte

Rund 270 Mitarbeitende begleiten, betreuen und fördern unsere Klientinnen und Klienten mit einem breiten Dienstleistungsangebot. Im Folgenden geben wir Ihnen einen Einblick in einige ausgewählte Projekte der Stiftung Arkadis.

Präventive Massnahmen sind entscheidend, um die Entwicklung von Kindern positiv zu beeinflussen und frühzeitig Herausforderungen zu erkennen. Ein zentraler Aspekt ist ein stabiles, unterstützendes Umfeld. Unser Projekt «GEMEINSAM STARTKLAR» und die Multisystemische Beratung setzen auf einen ganzheitlichen, frühzeitigen Ansatz zur Förderung der Kinder und ihrer Familien.

Frühkindliche Förderung für Kinder von 0–4 Jahren setzt bei den Familien an. Stärken wir die Familien, stärken wir das Kind. Dieser Grundsatz leitet unser Konzept GEMEINSAM STARTKLAR. Es ist bekannt, dass intensive Frühförderung die Entwicklung der Kinder verbessert und präventiv gegen spätere Entwicklungsrückstände wirkt.
Die Gemeinden haben unterschiedliche Bedarfe. Daher haben wir ein Grundkonzept entwickelt, das individuell angepasst werden kann. Fragen, die gemeinsam mit den Gemeinden erörtert werden, sind: Was braucht die Gemeinde? Wie stellt sie sich ein Präventionsprogramm vor? Auf welche Strukturen kann man aufbauen?

Das Förderangebot wird interdisziplinär umgesetzt. Mit der Gemeinde wird eine Strukturanalyse der bestehenden Angebote für Familien erstellt. Dazu zählen Treffpunkte für Familien, Spielgruppen, Mütter- und Väterberatung sowie andere Angebote für Kinder. Synergien innerhalb der Gemeinde werden genutzt, um soziale Anbindung und Integration zu fördern.

Unsere Multisystemische Beratung (MSB) bietet Unterstützung für Familien, unabhängig von Herkunft und Situation, und fokussiert auf die Bedürfnisse von Eltern, Kindern und Adoleszenten. Diese Beratung umfasst soziale, psychologische und familiäre Themen und kann ohne Anmeldung durch Eltern oder Schule in Anspruch genommen werden. Wir stärken die relevanten sozialen Systeme, um eine nachhaltige, präventive Wirkung zu erzielen und Abhängigkeiten abzubauen.

Wir freuen uns, im September 2024 mit den Gemeinden Olten und Dulliken gestartet zu sein.

Könnten wir das nicht auch in unseren Ateliers herstellen? Diese Frage stellen sich die Verantwortlichen unseres Tagesstruktur-Angebotes fast täglich. So entstehen immer wieder neue Artikel, die im Arkadis-Laden ins Sortiment aufgenommen werden. Einige sind saisonal erhältlich, andere entwickeln sich zum Dauerbrenner.

Ein solcher Dauerbrenner soll die hauseigene Pasta werden. Seit dem Sommer tüftelt ein Team am perfekten Rezept im eigens eingerichteten Pasta-Atelier. Ziel ist es, den Bedarf des Arcafés zu decken und die Pasta im Laden zu verkaufen. Die ersten Chargen sind bereit, die Verpackung steht, und die Pasta kocht schön al dente.

«Mir macht die sehr enge Arbeit zusammen mit unseren Klientinnen und Klienten Freude.»
Vanessa

Judith, die seit über zehn Jahren in der Tagesstruktur arbeitet, freut sich über das neue Produkt. «Es ist spannend und abwechslungsreich, mit den Klientinnen und Klienten etwas Neues auszuprobieren», sagt sie. Im Pasta-Atelier werden auch viele Botengänge erledigt, geputzt und an neuen Saucenrezepten gearbeitet. Wir freuen uns darauf, die Produkte bald im Arkadis-Laden verkaufen zu können – garantiert mit viel Handarbeit hergestellt.

Mit der Aufnahme der ersten Person mit Prader-Willi-Syndrom (PWS) im Jahr 1998 entschied sich die Stiftung Arkadis, ein spezifisches Wohnangebot zu schaffen. Die 2003 eröffnete Wohngruppe war das einzige Wohnangebot für Menschen mit PWS in der Schweiz.

PWS ist eine seltene, unheilbare genetische Erkrankung, die sowohl Männer als auch Frauen betrifft. Sie zeichnet sich durch niedrigen Muskeltonus, motorische Entwicklungsverzögerungen, leichte bis mittelschwere Lernbehinderung und sozialen Unreife aus. In der Kindheit entwickelt sich ein unersättlicher Appetit, der zu lebensbedrohlicher Fettleibigkeit führen kann. PWS tritt bei etwa 1 von 15 000 bis 1 von 25 000 Geburten auf, und es wird geschätzt, dass in der Schweiz etwa 350 bis 600 Menschen mit PWS leben.

In den vergangenen 21 Jahren hat sich das Wissen zur Betreuung von Menschen mit PWS stark weiterentwickelt. Die Stiftung Arkadis ist tonangebend in der Wissensvermittlung und bietet jährlich einen Lehrgang an. Die interne Fachstelle Prader-Willi-Syndrom teilt ihre Expertise auch durch Fachberatungen.

Der Umzug an die Martin-Disteli-Strasse 89 in Olten ermöglicht eine engere Vernetzung mit der Stadt und fördert die soziale Integration. Die neue Wohngruppe ist modular gestaltet: Ein Teil ist für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf vorgesehen, während ein anderer Teil für selbständiger lebende Menschen gedacht ist. Zudem gibt es zwei Studios, in denen sich Menschen mit PWS an einem eigenständigen Leben erproben können.

Alles begann im Sommer 2024, als Fotografin Sandra Winiger Oltner Institutionen und Vereine zum Projekt «AdventsHaus der Fotografie. Licht – aus Sicht von Oltner:innen» motivierte. 24 Oltner Institutionen sollten Beiträge für eine Ausstellung in Form eines Adventskalenders beisteuern. Die Stiftung Arkadis nahm teil und gründete eine Projektgruppe.

Unsere Projektgruppe wollte den Mitwirkungsrat, eine Gruppe von Selbstvertretenden der Stiftung Arkadis, einbeziehen. Um Ideen zum Thema Licht zu sammeln, wurden die hier lebenden und arbeitenden Menschen befragt. Der Mitwirkungsrat wertete die Fragebögen aus und entschied sich für die Idee einer bildlichen Darstellung eines Regenbogens. Die sechs Farben wurden auf 18 Standorte aufgeteilt, wobei immer drei Standorte sich auf ihre Farbe konzentrierten. Es entstanden mehr als 250 Fotos. Die Klientinnen, Klienten und Bewohnenden bestimmten die Motive, während Mitarbeitende nur unterstützten, wenn nötig.

Im Haus der Fotografie wurden die Fotos nach Farben sortiert und so an die Wand angebracht, dass sie den Farbverlauf eines Regenbogens ergaben. Neben den Fotos wurden Sprechboxen mit Erklärungen zum Projekt aufgehängt. Der Mitwirkungsrat und das Projektteam wollten verschiedene Kommunikationsformen zur Verfügung stellen.

Bei der Präsentation am 9. Dezember waren einige Klientinnen und Klienten beteiligt. Ein Klient schrieb ein Gedicht, ein anderer unterstützte mit Unterstützter Kommunikation und ein Dritter eröffnete den Apéro. Der Apéro wurde von unserem Arcafé hergestellt und von Angestellten mit und ohne Behinderungen serviert.

Es war ein schöner, inklusiver Anlass mit vielen Besuchenden. Vielen Dank allen Beteiligten und Besuchenden.

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