Strategie und Projekte genauer gemacht

Urs Knapp, Präsident vom Stiftungs-Rat

Seit Herbst 2023 ist Aldo Magno der Direktor von der Stiftung Arkadis. Er hat seither viele wertvolle Ideen eingebracht. Die Stiftung Arkadis verbesserte im Jahr 2024 die Strategie 2024 – 2028. Und legte genauere Massnahmen und Ziele fest.

Bereich Wohnen

Die Stiftung Arkadis will besser auf die Wohn-Bedürfnisse eingehen. Und das Haus Schärenmatte in Olten umbauen. Schritt für Schritt, von 2025 bis 2027. Dann müssen Mitarbeitende und Bewohnende flexibel sein. Und viel Geduld haben. Alle müssen für eine Weile in ein anderes Haus ziehen.

Bereich Früh-Förderung für Klein-Kinder

Wir bekommen wieder Geld für die Früh-Förderung für 2026 und 2027. Nun können wir gut planen. 

Bereich Kinder und Jugend

Im Kinder- und Jugend-Bereich müssen wir leider warten: Der Kanton verschob die Planung für die Angebote auf 2027. Die Stiftung möchte ein Wohnheim in Olten bauen: für Kinder mit verschiedenen Behinderungen.

Ich danke allen, die mit einer Spende die Stiftung Arkadis unterstützen. Die Spenden machen Projekte und neue Angebote möglich. Merci!

Rückblick des Direktors

Aldo Magno, Direktor

Vor über 10 Jahren hat die Schweiz Ja gesagt zur UN-BRK. UN-BRK steht für: UNO-Behindertenrechts-Konvention. Letztes Jahr feierte die Schweiz die «Zukunft Inklusion». Trotzdem gibt es noch viel zu verbessern. Zum Beispiel: Der Zugang zu Bus und Bahn. Oder zu ambulanten Behandlungen.

Die Stiftung Arkadis engagiert setzt sich sehr ein für Themen aus der UN-BRK. Im Jahr 2024 waren es folgende Themen:

Mehr Wohnraum

Wir bauen barrierefreie Wohnungen in Olten. Damit Menschen mit Behinderungen mehr Wohn-Möglichkeiten haben. Die Wohnungen werden im Herbst 2025 fertig. Die kantonale Heil-pädagogische Schule Olten wird auch da sein. Sie mieten einen Teil vom Haus. 

Mehr Lebensqualität

Wir bauen das Haus Schärenmatte um. Es gibt mehr Platz im Gang, moderne Badezimmer und neue Küchen. Und einen Entspannungs-Raum.

Mehr Atelier-Angebote

Die Behörden erlaubten 10 weitere Plätze in den Tages-Stätten. Wir haben das Pasta-Atelier eröffnet. Und das Arcafé bleibt nun definitiv!

Mehr Mitwirkung

Bewohnende, Klientinnen und Klienten reden mit: Sie tun das im Mitwirkungs-Rat. 2024 meldeten sie wichtige Anliegen dem Stadt-Rat von Olten. Zum Beispiel: Die Ampeln müssen länger grün bleiben. Und die Informationen von der Stadt sind zu schwierig.

Mehr Unterstützung für Kinder und Jugendliche

Das Volksschul-Amt gibt der Stiftung Arkadis wieder Geld für ihre Leistungen. Aber es gibt noch kein Geld für frühe Massnahmen bei Autismus. Deshalb bieten wir eine Beratung für Familien an: So können wir auch Kindern mit Autismus möglichst früh helfen. Autismus ist eine Störung in der Entwicklung.

Viele Menschen haben 2024 diese Angebote möglich gemacht. Ich danke allen von Herzen!

Mitreden bei der Personal-Auswahl

Die Bewohnenden, Klientinnen und Klienten reden mit, wenn die Stiftung Arkadis neues Personal für die Betreuung anstellt. Dies ermöglicht echte Teilhabe.

Braucht es neues Personal? Dann informiert die Stiftung Arkadis zuerst die Bewohnenden, Klientinnen und Klienten. Wir sammeln Erwartungen an die neuen Mitarbeitenden.  Die Erwartungen stehen dann im Stellen-Inserat. 

Die Bewohnenden, Klientinnen und Klienten beteiligen sich weiter:
• Sie sind bei Vorstellungs-Gesprächen dabei
• Sie gestalten Schnuppertage mit
• Sie werten die Probezeit aus.

Geschulte Mitarbeitende begleiten sie dabei. Denn die Aufgaben sind noch neu für Bewohnende, Klientinnen und Klienten. Gute Vorbereitung in Leichter Sprache hilft ihnen. So verstehen sie ihre Rolle besser.

Die gemeinsame Personal-Auswahl startete im Oktober 2024. Die ersten Rückmeldungen sind positiv. Teilhabe wird hier gelebt – zum Wohl von allen.

Wie entstand der Verhaltens-Kodex?

Ruth Tschofen, Leiterin Interne und Melde-Stelle für Prävention

Die Interne Melde-Stelle für Prävention gibt es schon 6 Jahre. Sie ist für alle, die grenzverletzendes Verhalten erlebt haben: Beleidigungen, Gewalt, sexuelle Handlungen. Neu gibt es auch einen Verhaltens-Kodex: Das sind Verhaltens-Regeln. 

Der Verhaltens-Kodex soll Bewohnende, Klientinnen und Klienten schützen. Fachpersonen und der Mitwirkungs-Rat erarbeiteten den Kodex im 2024. Sie trafen sich dafür 7-mal. Sie sammelten Risiko-Situationen, zum Beispiel mit Körperkontakt. Sie überlegten sich klare Grenzen und schrieben sie auf.

Dann formulierten sie Regeln für diese Risiko-Bereiche:
• Körperkontakt und emotionale Nähe
• Privatsphäre
• Umgang mit sexuellen Bedürfnissen
• Situationen zu zweit
• Kommunikation, Sprache, Wortwahl
• Geschenke und Vorteile
• Private Kontakte

Ganz wichtig ist eine offene Kommunikation zwischen allen. Ausserdem müssen Mitarbeitende ihre Verantwortung wahrnehmen:
• die betreuten Personen schützen vor Grenz-Verletzungen.
• das eigene Verhalten regelmässig überprüfen.

Der Verhaltens-Kodex ist Teil vom Arbeitsvertrag. Alle Mitarbeitenden hatten eine Schulung.
Wir kommunizieren offen. Jeder Verstoss ist im Team anzusprechen. Ein Verstoss ist: Wenn man die Regeln nicht einhält. Jeder Verstoss wird aufgeschrieben. Mehrere Verstösse haben Folgen.

Der Verhaltens-Kodex gilt ab Frühling 2025. Es gibt den Kodex auch in Leichter Sprache und mit Bildern. So verstehen ihn alle. Wir verteilten Broschüren. Es hängen Plakate. Der Kodex wird jedes Jahr überprüft.

Mein Alltag! – Ein Bewohner erzählt

Elliott A.

Elliott wohnt seit 11 Jahren in der Schärenmatte. Er erzählt uns von seinem Alltag in der Wohn-Gruppe. Und von seiner Arbeit bei der Vebo.

«Heute habe ich 17 Kisten Toast-Brot für eine Aktion abgepackt.» Das erzählt Elliott A. seinen Mitbewohnenden beim Abendessen. Er hat einen langen Tag hinter sich. 

Seine Gspänli arbeiten in verschiedenen Ateliers in der Schärenmatte. Elliott arbeitet als einziger bei der Vebo in Olten. Jeden Morgen um 7 Uhr macht sich Elliott auf den Weg zur Arbeit: «Mit dem Bus fahre ich zur Vebo und treffe meine Arbeits-Kollegen. Ich mag es am liebsten, wenn wir auswärts arbeiten gehen. Zum Beispiel im Verteil-Zentrum von der Migros.»

Auf seine Arbeit ist er sehr stolz. «Ich gehe gerne arbeiten. Nur früh aufstehen mag ich nicht. Ich würde lieber noch liegen bleiben. Manchmal muss ich rennen, damit ich den Bus nicht verpasse.»

In der Freizeit macht Elliott gerne Sport: «Ich gehe zum Tanzen nach Luzern am Sonntagnachmittag.  Am Mittwochabend mache ich Wasser-Sport bei Procap. Und immer am Freitag turne ich mit der PlusSport Gruppe Olten. Am liebsten gehe ich aber ins Kino: Die Marvel-Superhelden mag ich sehr.»

Elliott ist eine Frohnatur. «In der Wohn-Gruppe erledige ich Aufgaben: Meistens die Küchenarbeit am Abend. Manchmal habe ich keine Lust dazu. Vor allem nach einem anstrengenden Arbeitstag.» 

Elliott motiviert sich dann mit Musik und Humor. Seine fröhliche Art steckt an: Dann kommen oft weitere Bewohnende und helfen mit. «So wird aus dem Abwasch eine Küchen-Party mit Tanzen und Singen!»

Das erzählt er mit einem Lächeln im Gesicht. Typisch Elliott!

Früh unterstützen – wir tun es!

Hildegard Rapprich, Bereichsleiterin Therapie und Beratung

Kinder entwickeln sich besser mit gezielter Förderung. Wichtig ist ein stabiles Umfeld. Und dass man Schwierigkeiten früh erkennt. Wir möchten Kinder und ihre Familien gemeinsam fördern. Mit dem Projekt GEMEINSAM STARTKLAR und mit Beratung für Familien.

Förderung für Kinder von 0 – 4 Jahren beginnt immer in der Familie. Stärken wir die Familie, stärken wir das Kind. Das ist der Grundsatz vom Projekt GEMEINSAM STARTKLAR. Das Projekt ist für jeden anpassbar. 

Mit der Gemeinde klären wir:
• Was für ein Programm brauchen sie?
• Auf welche Strukturen kann man aufbauen?
• Welche Angebote gibt es schon?

Oft gibt es bereits eine Mütter- und Väterberatung, Treffpunkte für Familien, Spielgruppen und andere Angebote für Kinder. Dann achten wir auf eine gute Zusammenarbeit.

Unsere Beratung für Familien heisst: Umfassende Beratung. Die Beratung unterstützt Familien und ist offen für alle. Wir schauen auf die Bedürfnisse von Eltern, Kindern und Jugendlichen. Wir sprechen über soziale, familiäre und psychologische Themen. Es braucht keine Anmeldung.

Wir starteten im September 2024 in den Gemeinden Olten und Dulliken. Darüber freuen wir uns!

Arbeitsgruppe Differenza

Hildegard Rapprich, Bereichsleiterin Therapie und Beratung

In der Stiftung Arkadis haben wir mehrere Bereiche. Unsere Kundschaft ist sehr verschieden. Die Arbeitsgruppe Differenza vertritt diese verschiedenen Interessen. Mitarbeitende aus allen Bereichen sind dabei: Schärenmatte, Therapie und Beratung, Sonnenblick, Geschäftsstelle. Die Arbeitsgruppe gibt es seit 2021. Hildegard Rapprich leitet sie.

In der Arbeitsgruppe schulen wir die Mitarbeitenden. Wir besprechen zum Beispiel spezielle Situationen aus dem Alltag. Eine Fach-Expertin unterstützt uns dabei: Frau Dr. Dagmar Domenig. Die Mitarbeitenden lernen so verschiedene Herausforderungen von Menschen kennen. Auch aus den anderen Bereichen. Die Mitarbeitenden tauschen sich aus. Und sie lernen voneinander und miteinander. Zum Beispiel: Wie sie mit verschiedenen Situationen umgehen.

Wir besprechen auch Vorurteile. Ein Vorurteil ist eine Meinung über eine Person oder Gruppe. Diese Meinung ist oft falsch. Oder ohne Grund. Wir alle haben Vorurteile. Das ist uns oft nicht bewusst. Darum machen wir es uns regelmässig bewusst. Denn wir möchten niemanden benachteiligen.

Die Mitarbeitenden bringen ihr Wissen in ihre Teams mit. So können auch die anderen im Team dazulernen.

Einblicke ins Pasta-Atelier

Maria Bassi, Mitarbeiterin Marketing und Kommunikation

Können wir das auch herstellen in unseren Ateliers? Das fragen sich die Verantwortlichen fast täglich. So wächst das Sortiment im Arkadis-Laden.

Einige Artikel sind immer im Sortiment, andere nur zeitweise. Die hauseigene Pasta möchten wir immer anbieten. Ein Team tüftelt seit dem Sommer am perfekten Rezept. Das Pasta-Atelier stellt die Pasta her: für das Arcafé und für den Laden.

Judith arbeitet seit über 10 Jahren in der Tagesstruktur. Sie freut sich über das neue Produkt: «Ich probiere gerne Neues aus mit den Klientinnen und Klienten. Zum Beispiel auch neue Saucen-Rezepte. Bald gibt es die Produkte im Arkadis-Laden zu kaufen. Alles ist in Handarbeit hergestellt.»

Weitere Stimmen aus dem Atelier:
• Ursula: «Besonders gerne erledige ich Botengänge.»
• Mischa: «Ich bereite das Café für die morgendliche Znüni-Runde vor. Das macht mir Spass!»
• Manuel: «Mir gefällt hier sehr vieles. Ich staubsauge gerne. Ich mache Botengänge, ich stelle Pasta und Sirup her. Das ist alles schön.»
• Vanessa: «Ich arbeite sehr gerne mit unseren Klientinnen und Klienten. Das macht grosse Freude.»
• Judith: «Ich schätze die Abwechslung an unserer Arbeit. Kein Tag ist gleich.»

Die PWS-Wohngruppe ist umgezogen

Bastian Bühler, Abteilungsleiter individuelles Wohnen

Seit 2003 gibt es bei der Stiftung Arkadis eine PWS-Wohngruppe: Damals war es das einzige Angebot in der Schweiz für Menschen mit PWS.

PWS steht für Prader-Willi-Syndrom. Das ist eine seltene, nicht heilbare Krankheit.

Symptome sind zum Beispiel:
• verzögerte Entwicklung (körperlich und sozial)
• leichte bis mittlere Lern-Schwächen
• massloser Appetit und Übergewicht

In der Schweiz leben etwa 500 Menschen mit PWS.

In all diesen Jahren haben wir viel Wissen zu PWS aufgebaut. Zum Beispiel wie man Menschen mit PWS betreut. Die Stiftung Arkadis bietet jedes Jahr einen Lehrgang an. Die PWS-Fachstelle gibt ihr Wissen in Fachberatungen weiter.

Die Wohngruppe ist umgezogen an die Martin-Disteli-Strasse 89 in Olten. Die Wohngruppe am neuen Ort fördert die soziale Integration: Ein Teil ist für Menschen, die viel Unterstützung brauchen. Ein anderer Teil ist für Menschen, die etwas selbständiger sind. Und es gibt 2 Studios, wo Menschen mit PWS  ein eigenständiges Leben ausprobieren können.

Projekt «Licht» im Haus der Fotografie

Christian Lücke Baumann, Leiter Ateliers

Es begann im Sommer 2024 mit dem Projekt von Fotografin Sandra Winiger: «AdventsHaus der Fotografie. Licht – aus Sicht von Oltner:innen»

Das Projekt ist eine Ausstellung wie ein Advents-Kalender. 24 Institutionen und Vereine aus Olten machten mit. Auch wir. 

Die Projektgruppe von der Stiftung Arkadis traf sich mit dem Mitwirkungs-Rat. Sie wollten Ideen sammeln zum Thema Licht. Und befragten die Menschen, die hier leben und arbeiten. Der Mitwirkungs-Rat schaute alle Antworten an. Und entschied sich für diese Idee: einen Regenbogen aus Fotos gestalten.

Wir teilten die 6 Regenbogen-Farben unter den 18 Standorten auf. Immer 3 Standorte bekamen eine Farbe. Die 3 Standorte waren zuständig für Fotos nur in dieser Farbe. Die Bewohnenden, Klientinnen und Klienten machten die Fotos. So entstanden über 250 Fotos!

Im Haus der Fotografie sortierte man die Fotos nach den Farben. Und befestigte sie in Regenbogen-Form an der Wand. Daneben hängte man Sprechboxen auf mit Erklärungen zum Projekt.

Klientinnen und Klienten präsentierten den Regenbogen am 9. Dezember:
• jemand schrieb ein Gedicht und sagte es auf,
• jemand half mit Unterstützter Kommunikation,
• jemand eröffnete den Apéro der Stiftung Arcafé.

Mitarbeitende mit und ohne Behinderungen servierten den Apéro. Es war ein sehr schöner Anlass mit vielen Besuchenden. Vielen Dank an alle, die dabei waren!

Wir sagen Danke

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